Mobile Seniorenberatung · Heike Schneider

Steuerliche Absetzung von haushaltsnahen Dienstleistungen

Haushaltsnah ist eine Tätigkeit, wenn sie einen engen Bezug zum Haushalt hat und gewöhnlich durch Mitglieder des privaten Haushalts erbracht wird.

Zu diesen Tätigkeiten zählen unter anderem:

  • Zubereitung von Mahlzeiten im Haushalt,
  • Reinigung der Wohnung (z.B. Fensterreinigung),
  • Gartenpflegearbeiten (z.B. Rasenmähen oder Heckenschneiden) sowie
  • Pflege, Versorgung und Betreuung von Kindern oder von kranken,
  • älteren und pflegebedürftigen Menschen im Haushalt der Privatperson.

Bitte beachten Sie:

Nicht begünstigt sind die Erteilung von Unterricht (z.B. Sprachunterricht), die Vermittlung besonderer Fähigkeiten sowie sportliche und andere Freizeitbetätigungen. Ebenso wird für personenbezogene Dienstleistungen (z.B. Frisör- oder Kosmetikerleistungen) keine Steuerermäßigung gewährt, es sei denn diese Dienstleistungen gehören zu den Pflege- und Betreuungsleistungen und sind im Leistungskatalog der Pflegeversicherung aufgeführt.

Die Höhe der steuerlichen Förderung hängt von der Art der Beschäftigung ab, in deren Rahmen die haushaltsnahe Tätigkeit erbracht wird.


  • Bei geringfügigen Beschäftigungsverhältnissen (den so genannten Minijobs):

Die Steuerermäßigung beträgt 20 Prozent der begünstigten Aufwendungen, höchstens 510 Euro jährlich.

  • Bei sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnissen oder bei Erbringung durch selbständige Dienstleister oder Dienstleistungsagenturen.

Die Steuerermäßigung beträgt 20 Prozent der begünstigten Aufwendungen, höchstens 4.000 Euro jährlich.


Die Entscheidung darüber, welche Positionen im Rahmen der Einkommensteuererklärung berücksichtigt werden können, obliegt ausschließlich der zuständigen Finanzbehörde.


Wer kann die Förderung in Anspruch nehmen?

Die Steuerermäßigungen kann in Anspruch nehmen, wer

  • Arbeitgeber des geringfügigen oder sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnisses bzw.
  • Auftraggeber der haushaltsnahen Dienstleistung oder Handwerkerleistung ist.

Eine Inanspruchnahme der Steuerermäßigungen ist auch möglich, wenn sich der eigenständige und abgeschlossene Haushalt in einem Heim oder Altenwohnstift befindet.
Auch Wohnungseigentümer bzw. Mieter können die Steuerermäßigung in Anspruch nehmen, sofern die auf den einzelnen Wohnungseigentümer und Mieter entfallenden Aufwendungen für haushaltsnahe Beschäftigungsverhältnisse und Dienstleistungen sowie für Handwerkerleistungen entweder in der Jahresabrechnung gesondert aufgeführt oder durch eine Bescheinigung des Verwalters oder Vermieters nachgewiesen sind.


Keine Barzahlung

Die Steuervergünstigung für haushaltsnahe Dienstleistungen wird vor allem gewährt, um der Schwarzarbeit Einhalt zu gebieten. Deswegen dürfen Sie die Rechnungen Ihres Dienstleisters oder seiner Firma keinesfalls in bar begleichen. Denn das Finanzamt wird Ihren Steuerabzug nur dann anerkennen, wenn Sie eine Überweisung nachweisen können. Heben Sie deshalb nicht nur die Rechnung mindestens zwei Jahre auf, sondern auch eine Kopie Ihres Kontoauszugs, der die Zahlung belegt.

Einkommensteuergesetz § 35a